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Die Wiener Innenstadt muss befahrbar bleiben

19. August 2020 - #BIKERRIGHTS

Gastkommentar von Ferdinand O. Fischer, Sprecher des Zweiradhandels in der Wirtschaftskammer Österreich und Mitglied des Vereins "Mein Auto".

Der motorisierte Individualverkehr soll unter dem Schlagwort "Autofreie City" aus der Wiener Innenstadt weitgehend ausgeschlossen werden. Die Pläne, auch Mopeds, Roller und Motorräder aus der Wiener Innenstadt auszusperren, sind kontraproduktiv für die Mobilität der Zukunft und stoßen bei Experten auf große Kritik.

Eine "Autofreie City", die Mopeds, Roller und Motorräder aussperrt, verzichtet auf großes Entwicklungspotenzial für urbane Mobilität. Zudem werden Verbraucher verunsichert. Ein daraus folgender Kaufverzicht ist schädlich für die Innovationskraft, gerade bezüglich der Weiterentwicklung der Elektromobilität. Deshalb muss die Wiener Innenstadt für Mopeds, Roller und Motorräder befahrbar bleiben. Motorisierte Zweiräder gehören eingebunden statt ausgesperrt!

Gute Einbindung in städtische Mobilitätskonzepte

Mopeds, Roller und Motorräder (Fahrzeugklasse L) sind ein zentraler Bestandteil für eine moderne, umweltfreundliche und zukunftsorientierte Mobilität in der Stadt. Entfernung und Zweck bestimmen die Wahl des Verkehrsmittels. Ein Trend, der durch Sharingplattformen verstärk wird. Es braucht Wahlfreiheit für die Bewohnerinnen und Bewohner, damit sie den für ihre Bedürfnisse optimalen Verkehrsträger nutzen können.

Gerade weil sich motorisierte Zweiräder für alle Distanzen innerhalb des Stadtgebiets und im stadtnahen Bereich gut eignen. Außerdem sind sie platzsparend und lassen sich daher sehr gut mit bewährten Verkehrsträgern kombinieren sowie in Mobilitätskonzepte einbinden. Außerdem können Fahrzeuge der Klasse L auch Kurierdienste und Paketzustellungen übernehmen. Sie sind damit, gerade in engbebauten Gebieten wie der Wiener Innenstadt, eine Alternative zum zunehmenden und raumgreifenden Lieferwagenverkehr. Schließlich können auf einem PKW-Parkplatz drei bis vier Fahrzeuge der Klasse L abgestellt werden.

Klimaschonung und Innovation im Fokus

Motorräder und Mopeds verursachen pro Personenkilometer durchschnittlich weniger Treibhausgasemissionen als PKW. Ein Roller mit 125 Kubikzentimeter Hubraum emittiert 55 Gramm CO2 pro Kilometer. Der Grenzwert für Neuwagen liegt in der EU seit 2020 bei 95 Gramm pro Kilometer. Und da Zweiräder auch bei Stau mobil bleiben, sparen Fahrer jährlich Treibstoffkosten in Höhe von 4,2 Millionen Euro im Vergleich zur Nutzung eines Autos.

Schließlich sind Motorräder und Mopeds Vorreiter bei der Elektromobilität: 14 Prozent der in Österreich zugelassenen Mopeds fahren elektrisch, mit stark steigender Tendenz. Bis zum Jahr 2030 könnten 50 Prozent der Mopeds und Roller sowie 15 Prozent der Motorräder elektrisch fahren. Mopeds und Roller benötigen keine speziellen Ladestationen Auf einen PKW-Parkplatz können drei bis vier Fahrzeuge der Klasse L abgestellt werden.

Zweiräder bieten individuelle Mobilität für alle Einkommen

Mit günstigen Preisen bei der Anschaffung und geringen Unterhaltskosten bieten Zweiräder auch den Beziehern kleinerer und mittlerer Einkommen Zugang zu individueller Mobilität. Das macht Mopeds, Roller und Motorräder zur Wahlfreiheit auf zwei Rädern. Damit diese Freiheit auch in Zukunft gewährleistet werden kann, muss die Wiener Innenstadt für Mopeds, Roller und Motorräder befahrbar bleiben.

Original erschienen am 18.8. unter: https://www.leadersnet.at/news/45076,die-wiener-innenstadt-muss-fuer-mopeds-roller-und-motorraeder.html